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Erhalt der Wirtschaftskraft in der Region oberstes Ziel

Erhalt der Wirtschaftskraft in der Region oberstes Ziel

Finanzausschussvorsitzender MdB Alois Rainer im Gespräch mit Sparkassen-Bundesobmann Walter Strohmaier

In einem umfassenden Fachaustausch informierte der Bundesobmann der deutschen Sparkassen Walter Strohmaier, den Finanzausschussvorsitzenden im Deutschen Bundestag Alois Rainer, MdB über die aktuellen Herausforderungen der Kreditwirtschaft. Natürlich beeinflusste auch diesen Termin die aktuell tragische Entwicklung in der Ukraine und deren möglichen geld-, finanz- und wirtschaftspolitischen Auswirkungen. Strohmaier zeigte darüber hinaus dem Heimatabgeordneten Rainer zusätzliche aktuelle Trends und deren Folgewirkung auf die Finanzwirtschaft, insbesondere mit Blick auf die Regionalbanken, auf. Dabei gehe es ihm vor allem darum über Hintergründe zu informieren und auch auf die Auswirkungen mancher Entwicklungen frühzeitig hinzuweisen.

So sei die seit Jahren rückläufige und für die regionale Kreditwirtschaft dramatische Zinsentwicklung ein zentrales Thema. „Hier müssen wir uns weiterhin auf deutlich reduzierte Margen einstellen, welche den Handlungsspielraum weiter einengen“, so Strohmaier. Dass immer weniger Kunden Serviceleistungen in den Filialen in Anspruch nehmen und stattdessen auf anderen Wegen mit den Kreditinstituten kommunizieren, ist ein weiterer wesentlicher Trend. Die Digitalisierung des Bankgeschäfts ist in vollem Gange. Hier seien Investitionen in die digitale Infrastruktur notwendig. Als dritten Megatrend machte Strohmaier das Thema Nachhaltigkeit aus. Hier sehe er die Sparkassen nicht nur mit umfangreichem Dokumentationsaufwand gefordert, die immer weitergehenden Regularien werden in Zukunft auch Einfluss auf die Kreditversorgung haben, so seine Prognose. Alle diese Entwicklungen können von den Sparkassen getragen und gemeistert werden, haben aber in der Gesamtheit Auswirkungen auf die Institute und werden in der Konsequenz zur weiteren Konsolidierung des Bankenmarktes insgesamt führen, so seine Einschätzung.

Strohmaier freue sich und sei dankbar dafür, dass Rainer ein Befürworter des 3-Säulen-Systems der deutschen Banken in Deutschland ist und sich für deren Erhaltung einsetzt. Vor allem in der Krise zeigte sich einmal mehr die Stärke und Schlagkraft des deutschen Bankensystems. So wurde die mit Abstand größte Last in der Coronakrise von den regionalen Banken getragen. In diesem Zusammenhang wurde auch über die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in Europa gesprochen. Diese würde zu einer weiteren Schwächung des Systems beitragen, wenn die solide nationale Einlagensicherung für marode Banken in Europa aufkommen müsste, so Strohmaier.

Kritisch diskutierten beide über das Thema Verbraucherschutz. Nach dem Trend „Geiz ist geil“ entsteht in unserer Gesellschaft gerade der neue Trend: „Wenn es nicht läuft, dann widerrufe ich halt“! Strohmaier halte das für problematisch und auch nicht im Interesse von Verbrauchern. Denn auf dieses Risiko werden sich Anbieter einstellen müssen und dies im Preis berücksichtigen. Wer aus vermeintlichem Verbraucherschutz nur den Preis in den Mittelpunkt stellt, treibt die Verbraucher in die Hände der Datenkraken. Dort wird mit Daten und oft mit der Preisgabe der Privatsphäre bezahlt. Aus der Sicht Strohmaiers wäre es die Aufgabe des Verbraucherschutzes darüber stärker zu informieren. Außerdem mache so manche Gerichtsentscheidung, wie beispielsweise zum AGB-Änderungsmechanismus den Verbrauchern das Leben nicht einfacher, sondern schwerer. Zudem müsse gerade bei diesem Thema, völlig gegen den beschriebenen Trend zur Nachhaltigkeit, tonnenweise Papier an den Kunden verschickt werden.

Strohmaier bedauerte auch die zögerliche Herangehensweise der deutschen Kreditwirtschaft bei der angestrebten europäischen Zahlungsinitiative (EPI). Die S-Finanzgruppe hat von Anfang an dieses gemeinsame europäische Zahlungsverkehrssystem unterstützt. „Leider konnten sich andere notwendige Mitwirkende nicht zur Beteiligung entschließen“, so Strohmaier. Die Sparkassen stehen weiterhin zur Idee eines gemeinsamen europäischen Zahlungsverkehrssystems. Denn hier drängen vor allem die großen Bigtechs wie google, amazon und facebook in den Markt. Insgesamt sieht Strohmaier die Sparkassen in Sachen Digitalisierung und Zahlungsverkehr sehr gut aufgestellt. Das zeige nicht zuletzt die mehrfach ausgezeichnete Banking App der S-Finanzgruppe.

Strohmaier dankte im weiteren Verlauf des Gesprächs für das klare Bekenntnis zur Provisionsberatung. „Denn der weit überwiegende Teil unserer Kunden sind keine hochvermögenden Millionäre, sondern normale Bürgerinnen und Bürger. Diese würden für den Abschluss eines kleinen Wertpapiersparvertrags keine bezahlte Beratung für möglicherweise mehrere hundert Euro in Anspruch nehmen“, so Strohmaier. Damit würde man einen großen Teil der Gesellschaft von Bankdienstleistungen ausschließen, so auch die Meinung des Bundestagsabgeordneten.

„Wir wissen was wir an unserem Bankensystem in Deutschland haben“, sagte Alois Rainer abschließend. Es sei, wie unser starker Mittelstand, einmalig in Europa. Das habe er in vielen Gesprächen erlebt. Die Stärke der deutschen Volkswirtschaft beruht auf unserem Mittelstand und dieser wird von den regionalen Banken finanziert. Deshalb dankte er für das Gespräch und die vertieften Einblicke. Strohmaier dankte für das klare Bekenntnis zu entscheidenden Fragen, denn am Ende muss es das gemeinsame Ziel sein die Stabilität der Sparkassen zu unterstützen um damit die Wirtschaftskraft in der Region zu erhalten.

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